Nach der langen Zeit des Wartens ist Persona 4 Arena (P4A) endlich auch bei uns erschienen. Das interessante an dem Titel ist, dass es ein Fighting Game ist dass auf einem Rollenspiel basiert (einem JRPG), es ist eine direkte Fortsetzung von Persona 4. Die Handlung spielt zwei Monate nach den Ereignissen in Persona 4 und verwendet Charaktere aus diesem, neben dem Protagonisten Yu Narukami wären das Yosuke Hanamura, Chie Satonaka, Yukiko Amagi, Kanji Tatsumi, Naoto Shirogane und Teddie sowie Aigis, Akihiko Sanada, Mitsuru Kirijo und Elizabeth aus dem Vorgänger Persona 3. Der Cast wird von Labrys und sowie Shadow Labrys vervollständigt als ganz neue Chars vervollständigt.

Der P4A-Cast

Der P4A-Cast

Und so wird es nicht nur die in Europa ja nicht so große FG-Szene ansprechen (die bereits neidisch auf die Staaten und Japan schielte aufgrund des dort schon lange zurück liegenden Releases), sondern wegen dem sehr großen Story-Mode auch Solo-Spieler – dieser wurde von ATLUS geschrieben, was für Persona 4-Fans wohl für sich sprechen dürfte.

Apropos Modi: an Modi ist eigentlich alles dabei, was man zumindest von Arc System Works-Fighting Games, wie etwa Guilty Gear oder BlazBlue, gewohnt ist – die kümmerten sich nämlich um den Transfer des RPG’s ins neue Genre an sich. Neben dem erwähnten Story-Mode sind so noch Lesson- (der wirklich sehr umfangreich ist und alle Features abdeckt), Challenge-, Arcade-, Network- und VS-Mode vorhanden, was ja heutzutage zum guten Ton gehört. Im Theater-Mode kann man sich seine eigenen Online-Matches anschauen und in der Gallery freigespielten Content betrachten.

Eine kurze Einführung in die Modi von P4A findet sich z.B. hier:

Die audiovisuelle Gestaltung ist wirklich top. Die Musik trifft mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack, aber hebt sich dennoch angenehm von den in letzter Zeit üblichen Tracks anderer Fighting Games ab. Die Sprites sind wirklich sehr schön gezeichnet, was auch für die Backgrounds gilt. Der grafische Stil ansich ist natürlich ebenfalls geschmackssache, aber man muss einfach die Arbeit anerkennen, die da abgeliefert wurde. Effekttechnisch ist ebenfalls einiges los, was vllt. UMVC3-Spielern und nicht nur diesen gefallen dürfte.Wohl geht auch hier dadurch manchmal die Übersicht kurzzeitig verloren, woran man sich mit der Zeit gewöhnt.

Epilepsie anyone?

Epilepsie anyone?

Kommen wir zum Kernstück in den Augen eines Fighting Game-Spielers: der Engine. Diese ist Arc Sys-typisch. Z.B. schnelles Gameplay, überwiegend sehr offensiv ausgelegt. Oder lange Combos, die demjenigen, der gerade Empfänger ist viel Geduld abverlangen, ähnlich der BlazBlue-Reihe bisher – nur fühlt es sich nicht ganz so schlimm an, da sich P4A insgesamt schneller spielt. Und Charaktere, die sich alle im Gameplay voneinander unterscheiden (aber nicht so stark wie in BlazBlue oder Guilty Gear). Aber trotzdem ist P4A nicht einfach nur BB oder GG in neuer Optik, es bietet eine Vielzahl an Features, die verinnerlicht werden wollen und zu denen weiter unten Links zu finden sind. Sei es der Mini Jump/Hop oder der Quick Escape ähnlich dem Hop bzw. dem Emergency Evade aus King Of Fighters XIII, der Einsatz der namensgebenden Persona, die an die Stands aus JoJo’s Bizarre Adventure erinnern und vieles mehr – das alles will richtig eingesetzt werden.
Die erwähnten Combos sind nicht extrem schwer auszuführen aber verlangen dennoch nach Training im gleichnamigen und umfangreichen Modus. Zwar hat man hier mit Rücksicht auf Neulinge im Genre Auto-Combos eingeführt, welche durch mashen von 5A aktiviert werden, aber will man richtig Schaden verursachen, reichen diese nicht aus. Hier werden sich mit Arc Sys-Fighting Games vertraute Spieler sicher etwas schneller heimisch fühlen als Neulinge oder von anderen Fightern reinschnuppernde Spieler.
Gerade für die sind neben den Combos auch das umfangreiche Movement ungewohnt. Neben dem normalen gehen, dem Hop/Dash vorwärts und rückwärts gibt’s hier Airdashes, Instant Airdashes, Turn Around, Run, etc. Aber mit ein wenig Übung kommt man schon rein, dieses Genre setzt halt Titel-übergreifend Übung voraus, wobei hier auch der Lesson-Mode einen guten Einstieg bietet.

Der Lesson-Mode

Der Lesson-Mode

Als persönliches Fazit kann ich nur betonen, dass P4A ein interessantes Spiel ist und das nicht, weil ich ein Arc Sys-Fanboy bin. Ich finde es halt interessant, weil es Solo-Spieler als auch VS-begeisterte Fighting Game-Spieler gleichermaßen fesseln kann. Die einen, wie erwähnt, wegen der Story (die ich nicht beurteilen kann, da ich nie Persona-RPG’s gespielt habe) und dem freispielbaren Content sowie der Einsteigerfreundlichkeit, die anderen weil es genug zu erlernen gibt, um gut zu sein. Es ist audiovisuell beeindruckend und erfolgreich gedrückte Combos sind befriedigend. Auch allen Unkenrufen bezüglich des späten Releases in Europa zum Trotz glaube ich mittlerweile, dass es bei uns schon eine geraume Zeit Online- wie Offline-Competition zu finden geben wird. Wir hängen zwar hinterher aber das gilt ja für ganz Europa und von daher wird es auch in unseren Nachbarländern gespielt werden. Zumindest in meiner PSN-Friendlist sehe ich es zur Zeit doch einige spielen.

Link-Sammlung:
HardEdge Wiki-P4A-Artikel <- hier findet Ihr alles zum System, aber der Char-Bereich ist aus augenscheinlichen Gründen unterversorgt.

Dustloop, hier sind Englischkenntnisse Grundvoraussetzung:
Persona 4: Arena Gameplay
Persona 4: Arena Character Discussion
Persona 4: Arena – Dustloop Wiki
Frame Data

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